Polsterungen

Der bei medizinisch eingesetzten Liegen und Sitzmöbeln übliche Polsteraufbau besteht zunächst aus:

 

1.) einem Polsterträger

2.) der eigentlichen Polsterung

3.) dem Bezug


Als Polsterträger dienen üblicherweise Spanplatten - je nach Qualität und Erfordernis in den Stärken 13, 16, 18, oder 19 mm. Bei Sitzmöbeln findet man Formsperrholz oder Kunststoffträger. In besonderen Fällen benutzt man bei Liegen Sperrholz, manchmal Tischlerplatten und MDF-Platten.

Zur Polsterung hat sich eine Auflage aus Schaumstoff in Stärken von 30 bis 55 mm durchgesetzt. Ein bestimmendes Kriterium für Qualität und Preis liegt im Raumgewicht, welches sich im Bereich von ca. 22 bis 48 kg/cbm bewegt. Da der Kunde auf diesem Gebiet unerfahren ist, wird an dieser Stelle gern gespart. Die Zahl des Raumgewichtes gibt die Menge des Rohstoffs an, die zum Aufschäumen von einem Kubikmeter Schaumstoff eingesetzt wird. Also bei RG 22 entsteht aus 22 Litern Rohware ein Block von 1 Kubikmeter Rauminhalt. Je mehr Rohmasse man zum Aufschäumen verwendet, umso kleiner und feiner werden die einzelnen Zellen des Schaumblocks. Je kleiner die Zellmembranen sind, umso widerstandsfähiger ist der Schaum gegen Druckverformungen und umso höher ist die Rückstellkraft des Schaums, was letzten Endes für die Lebensdauer des Polsters entscheidend ist. Um dem Verbraucher die Illusion einer guten Qualität trotz niedrigen Raumgewichts zu vermitteln, werden manchmal Schäume mit einer großen Härte (hohe Stauchhärte = weniger Weichmacher) eingesetzt, um durch die Festigkeit die Erwartung eines hohen Raumgewichts zu erzeugen. Leider bricht die Zellmembran bei diesen Schäumen vorzeitig, was zu unschöner Faltenbildung im Bezug führt. Überdies erlebt der Benutzer des Möbels nicht mehr die polsternde Wirkung des Materials, da dies wirkungslos geworden ist.

In selteneren Fällen setzt man zur Polsterung Verbundschaum mit Raumgewichten von RG 80 oder RG 120 ein. Es finden sich hier hochverdichtete und kleingehäckselte Schaumstoffstückchen, die zu einem Block verklebt wurden. Man erreicht so Raumgewichte, die im Blockschäumverfahren nicht realisierbar sind. Entsprechend formstabil verhält sich dieser Verbundschaum. Irrtümlich glaubt der Laie, dass es sich beim Verbundschaum um ein billiges und minderwertiges Material aus der Resteverwertung handelt. Tatsächlich begegnen wir hier jedoch einem teuren Werkstoff, der nur aus Qualitätsgründen bei hochwertigen Polsterungen gewählt wird.